NABU Rhein-Kreis Neuss Projekte BNE-Projekt Kindergärten und Schulen Programm 2010

Programm 2010

für Kindergärten und Schulen


Wiese und Frühling

Eine bunte Blumenwiese ist voller Artenvielfalt: Wiesenblumen und Gräser, Kaninchen, Vögel und Mäuse, Schnecken, Regenwürmer, und eine Vielzahl von Insekten. Der schönste Naturraum für eine Wiesen-Expedition ist in Meerbusch mit Sicherheit der Rheindeich mit seinen interessanten Wiesensalbei-Glatthafer-Wiesen. Eine schöne Blumenwiese in Lank ist die Wiese des Bürgerwäldchens, in Büderich die Wiese am Pfad der Jahresbäume am Eisenbrand.
Bei einer "Expedition durch den Wiesendschungel" untersuchen wir die biologische Vielfalt an Insekten und Blütenpflanzen, Gerüche, Farben, Abwehrmechanismen, die Nutzung von Heilpflanzen, den Stockwerkbau einer Wiese und lernen den artgerechten Umgang mit Insekten kennen. Aus bunten Blütenblättchen entsteht ein schönes Igelbild.


Leben in Teich und Bach

In und an unseren natürlichen Gewässern leben viele verschiedene Vögel, Amphibien- und Insekten-arten, die das Wasser als Lebensraum und Nahrungsquelle nutzen. Mit Keschern, Küchensieben und Becherlupen untersuchen wir, was sich in dem Gewässer zwischen den Pflanzen und unter Steinen verbirgt und bestimmen mit Hilfe von Bestimmungstafeln und -büchern die Wassertiere. Die Lebenszyklen von Frosch, Molch oder Libelle mit ihren verschiedenen Entwicklungsstadien werden genauer untersucht. Im und am Wasser gibt es verschiedene ortstypische Pflanzenarten, die unterschiedliche Funktionen im Ökosystem und für die Wasserlebewesen haben.
Mit einfachen Methoden messen wir die Wassertemperatur, den pH-Wert, vermessen Bachbreite und Tiefe, prüfen Geruch und Farbe des Wassers, und bestimmen anhand aller Ergebnisse die Wassergüte des Gewässers. Mit Rindenböotchen wird die Fließgeschwindigkeit bzw. Windrichtung ermittelt.


Wald-Expedition und Bodenuntersuchung

Der Wald hat immer einen ganz besonderen Reiz und bietet viele Möglichkeiten für eine kreative Entdeckungsreise. Es gibt viele Spuren von Vögeln, Insekten und Waldtieren, besonders wenn man den Waldboden und das Totholz genauer untersucht. Was ist an der Zersetzung von Laub und Holz und damit an dem gesamten Stoffkreislauf in der Natur beteiligt? Nach einer Untersuchung der verschiedenen Bodenschichten können aus Lehm Waldgeister entstehen oder kleine Zwergenhäuschen aus Zweigen, Moos und Rindenstücken gebaut werden.
Im Wald sind alle Sinne gefordert: bei stillem Lauschen hört man ein ganzes "Waldkonzert", mit einem Stetoskop kann man den Saftstrom im Baum abhören, und auch ein gefällter Baumstamm kann noch als "Baumtelefon" genutzt werden. Beim Waldfee-Spiel müssen Naturgegenstände ertastet werden, Pilze, Humusboden und Pflanzenteile haben ihren besonderen Duft, manches davon ist auch essbar. Mit Naturmaterialien können Waldbilder gelegt werden und auch ganze Galerien entstehen.


Regenwald und Papier Schöpfen

Welche Bedeutung haben die tropischen Regenwälder für unser Klima und als Lebensraum für eine einmalig vielfältige Tier- und Pflanzenwelt wie auch für indigene Völker. Und welche gravierenden Folgen hat die Zerstörung dieser Wälder für Klima, Biodiversität und Menschenrechte. An Hand von Informationsmaterial und einer Foto-Serie werden diese Fragen vertieft. Wofür werden die Rohstoffe der Urwälder und die landwirtschaftlichen Produkte, die auf den gerodeten Flächen angebaut werden, genutzt? Wohin werden sie exportiert? Und wie können wir uns hier für den Schutz der Regenwälder einsetzen? Bei Ferienprogrammen gab es auch mit 7-12-jährigen Kindern schon erstaunlich interessante Diskussionen zu diesem recht komplexen Thema.

Ein praktisches Beispiel bietet hier der Rohstoff Papier als eines unserer wichtigsten Konsumgüter.
Für dessen Herstellung werden große Mengen der Rohstoffe Holz, Wasser und Energie sowie verschiedene Chemikalien benötigt. Mit dem Schöpfen von Papier als der alten traditionellen Herstellungsweise kann die Bedeutung des Recyclings von Altpapier anschaulich erklärt werden. Mit altem Zeitungspapier können Kinder hierbei selbst die Technik des Papierschöpfens kennen lernen.

Alternative: Flußmodell Naturzerstörung und Renaturierung
Mit Naturmaterialien werden Regenwald-Modelle in größeren Kartons nachgebaut. Zuerst werden intakte Ökosysteme dargestellt, anschließend verschiedene Eingriffe durch den Menschen demonstriert, die zu Naturzerstörung, Umweltverschmutzung und Artenschwund führen (zB Rodung und Abbrennen des Waldes für Agrotreibstoffpflanzen, Sojaanbau und Rinderweiden, Ölpipelines, Wasservergiftung durch Öl und Pestizide, Müll). Anschließend sollen diese zerstörten Ökosysteme wieder renaturiert werden.


Artenschutz international und lokal

Am Beispiel eines Dokumentarfilms über ein Schneeleopardenprojekt des NABU im Himalaya Kirgistans wird die Bedeutung des internationalen Natur- und Artenschutzes besprochen. Weitere Anregungen bieten Informationsmaterialien des WWF zu diesem Thema.
Wie Artenschutz in Deutschland und vor Ort in Meerbusch umgesetzt werden kann, kann in der NABU-Station in Lank und dem nahe gelegenen Bürgerwäldchen erkundet werden. Auf der neu entstandenen Streuobstwiese können neben den verschiedenen Obstgehölzen auch Steinhügel mit Insektennisthilfen, Ansitze für Greifvögel, Wildblumen und die angrenzenden Wildhecken untersucht werden. Aus Schilf und Bambus werden mit Draht und Schnur einfache Insekten-Nisthilfen gebaut, die die Kinder mit nach Hause nehmen können.


Klimawandel und Klimaschutz

Was ist das eigentlich, dieser Klimawandel? Wie kommt er zustande und wer verursacht ihn? Welche Folgen hat der Klimawandel und wer ist am stärksten betroffen? Welche Rolle spielen Bäume und (Regen-)Wälder in diesem Zusammenhang? Und was kann jeder Einzelne von uns tun, um den Klimawandel nicht noch schlimmer zu machen?
Im Anschluss an einen Kurzfilm werden alle Ideen zusammengetragen, die den Schülern zum Thema Klimawandel und Klimaschutz einfallen. Anregungen dazu bieten auch 5 Poster mit verschiedenen Motiven. Anschließend werden mit verschiedenen Messgeräten Messungen der Lichtstärken, Wasserdurchflussmengen, Wetterdaten und des Stromverbrauchs von verschiedenen elektrischen Geräten gemacht und ausgewertet. Ein Poster wird ausgefüllt mit Ideen, was jeder Einzelne tun kann, um Energie zu sparen, oder wie jeder sich für den Klimaschutz selber engagieren kann. Die Arbeitshefte des Umweltbundesamtes (UBA) "Noch mehr Spass am Umweltschutz" bieten weitere Anregungen für den Unterricht zum Thema Klimaschutz. Am Ende wird ein Ausschnitt des Kinofilms "Königreich Arktis" gezeigt. (ab 4.Schuljahr)

Der Kinofilm "Königreich Arktis" kann auch ausgeliehen und als eine eigene Unterrichtseinheit behandelt werden.


Kinder in Entwicklungsländern (1)

"Die große Schatzkiste für die Kinder der Zukunft"

"Die große Schatzkiste für die Kinder der Zukunft" ist ein internationales Filmprojekt für Kinder und Jugendliche ab 6 Jahre. Weltweit haben sich mehr als 40.000 Kinder in 12 Ländern auf vier Kontinenten daran beteiligt. In jedem der Länder wurde eine wunderschöne (meist) große Schatzkiste von KünstlerInnen und HandwerkerInnen gebaut. Diese Schatzkisten sind Zeitkapseln, die für die Menschen des Jahres 2050 bestimmt sind. Sie wurden von den Kindern von heute mit ihren persönlichen Botschaften an die Kinder der Zukunft gefüllt und dürfen erst im Jahr 2050 wieder geöffnet werden. Die Kinder haben Gedichte, Bilder, Fotographien, Collagen, Videos, Musik, Skulpturen und andere Gegenstände mit Erklärungen dazu in die Kisten gelegt. Oft drücken diese Botschaften der Kinder ihre Sorge um die Zerstörung der Natur und Umwelt, den Klimawandel und den Artenschwund aus. Sie erzählen in den Filmen aber auch über ihr Zuhause, ihre Lebensweise, den Beruf der Eltern, ihre Hobbies und ihre Träume für die Zukunft. Die Schatzkisten verkörpern eine Kommunikation zwischen den Generationen. Zugleich sind sie ein internationaler Gruß an die Kinder des neuen Jahrtausends in Deutschland und anderen Ländern. In den Filmen sollten drei wichtige Aspekte berücksichtigt werden: Die Alltagsrealität und die Kultur des Landes, die Art, wie die Kinder ihre Botschaften vermitteln, und die Botschaften selber. Die Filme wurden in den folgenden Ländern gedreht: Philippinen, Südafrika, Türkei, Mexiko, Weißrußland, Tanzania, Griechenland, Kanada, Polen, Russland, Tibet/Indien, Kamerun, Ghana, Benin, Spanien. Auch in Deutschland wird in einigen Bundesländern das Schatzkiste-Projekt organisiert.
Im Anschluss an die Betrachtung von ein oder zwei Filmen (jeweils 25 min) und eine Filmbesprechung können die Kinder selber überlegen, was sie in solch eine Schatzkiste legen würden und welche Botschaft sie damit den Kindern der Zukunft mit auf den Weg geben möchten. Im Rahmen des Kunstunterrichts kann solch ein Projekt auch umgesetzt werden in die Praxis.
Interessant ist auch ein Vergleich mit der Lebenswelt der eigenen Großeltern, als diese Kinder waren. Dafür sollten 2-4 Großeltern zu diesem Unterrichtsprogramm eingeladen werden, die den Kindern im Anschluss an die Filmbetrachtung über ihre eigene Kindheit und die damaligen Lebensumstände berichten (zB Spiele, Naturerfahrungen, Lebensstandard, Wasser- und Energiekonsum, Mobilität, Nachkriegszeit).


Kinder in Entwicklungsländern (2)

"Marie-Jeanne, ein Mädchen aus Ruanda"

Der Film "Marie-Jeanne, ein Mädchen aus Ruanda" spielt etwa 10 Jahre nach dem Bürgerkrieg 1994. Marie-Jeanne, ein Mädchen, das in einer ländlichen Region in Ruanda lebt, erzählt ihre Geschichte. In ihrem Alltagsleben sind die Folgen dieses Bürgerkriegs noch immer spürbar. Ihr Vater lebt nicht mehr. Ihre Schwester war verschollen und ist jetzt in einem Krankenhaus. Marie-Jeanne berichtet auch über das Leben einer typischen Kleinbauernfamilie in Ruanda, das ländliche Leben der Kinder, ihre Spiele, ihre Aufgaben und Pflichten, erzählt von ihren Träumen, Sorgen und Wünschen. Der Film gibt zudem einen Einblick in das Gesundheitsversorgungssystem in Afrika und das AIDS-Problem. (Dauer: ca. 20 min)
Bei einer anschließenden Filmbesprechung kann auch das Thema "Versöhnung" als ein Schwerpunkt behandelt werden.
(ab 3.Schuljahr)


Beide Themen zu "Kinder in Entwicklungsländern" können sehr gut in Kombination mit dem Projekt "Weltweit Wichteln" (s.u.) organisiert werden.


Weltweit Wichteln

Die Kampagne "Weltweit Wichteln" (Worldwide Surprise) ist entstanden aus einer Weihnachtsaktion der evangelischen Kirche in Deutschland. Heute beteiligen sich auch viele andere Gruppen an diesem Programm, und das nicht nur zu Weihnachten. Die Idee, die dieser Kampagne zu Grunde liegt ist, einen Austausch auf Augenhöhe zwischen Kindern in verschiedenen Regionen der Welt zu fördern. Es soll Kinder im Alter von 5-12 Jahren dazu animieren, kleine Geschenke wie Handpuppen, selbstgemalte Bilder, kleine Windvögel oder ähnliches zu basteln und Kindern in einem anderen Land zu schicken. Je einfacher die Geschenke, desto eher motiviert es auch Kinder in Entwicklungsländern, selbst etwas zu malen oder zu basteln und an die Kinder in Deutschland zurück zu schicken. Das eigentliche Ziel dieses interkulturellen Austausches ist, dass Kinder mehr über Kinder in anderen Kulturen lernen, über ihre Lebensweise, ihre Umwelt, ihre Spiele und Träume. Solch ein Projekt kann auch ergänzt werden zB durch Geschichten, Lieder, Kochrezepte, Fotos und Berichte aus den verschiedenen Kulturen.
Ebenso können natur- und umweltpädagogische Themen Inhalt des Austauschs sein und mit Bastelarbeiten aus Naturmaterialien ergänzt werden .

Die selbstgebastelten Geschenke werden zusammen mit Grüßen der Kinder, mit Fotos und einem Brief, der dieses Projekt beschreibt, als Päckchen verpackt und an eine Partnergemeinde, -schule oder -kindergarten geschickt oder, wenn möglich, einem "Boten" mitgegeben, der das Paket persönlich überreichen und auch vor Ort zu Ähnlichem anregen kann.


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Unkostenbeitrag:
30,- € für ein ca.3-stündiges Programm


Natur-Programme: Lernort nach Absprache
unempfindliche, wetterfeste Kleidung
umweltfreundliches Picknick und zu Trinken mitbringen


Anmeldung bei:

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Gemeinschaftswerk Natur und Umwelt Rhein-Kreis Neuss e.V.Die Erstellung dieser Website wurde gefördert durch das Gemeinschaftswerk Natur und Umwelt Rhein-Kreis Neuss. Vielen Dank.



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