An einem sonnigen Freitag morgen wanderte der Biologie-Wahlpflichtkurs der achten Klassen der Realschule Osterath zusammen mit ihrer Lehrerin Gabi Michels durch die Ilvericher Altrheinschlinge bis zum Mühlenbach am NABU-Gelände neben der Kläranlage. Dort trafen sie auf den Umweltbus "Lumbricus" mit Ottmar Hartwig von der Natur- und Umweltschutzakademie NRW (NUA) und Gitta Röth vom Naturschutzbund (NABU). Nach einem theoretischen Einstieg in das Thema Wasserökologie wurden die Schüler in zwei Gruppen eingeteilt: Die Aufgabe der ersten Gruppe bestand darin, die Wasserqualität mit chemischen Nachweisverfahren zu prüfen. Dazu gehörten die Messung des pH-Werts, der Luft- und Wassertemperatur, des Sauerstoffgehalts und der Leitfähigkeit, sowie des Nitrat- und Phosphatgehalts des Wassers. Die zweite Gruppe der Biologen untersuchten die Wasserlebewesen im Mühlenbach und Feuchtbiotop der NABU-Wiese. Begeistert kescherten die Schüler Molche, Gras- und Wasserfrosch, Pferde- und Schneckenegel, Flohkrebse, Wasserskorpion, Ruderwanzen und Wasserspinnen aus dem Wasser. Unmengen von Qualquappen flitzen in Schwärmen herum, von denen allerdings nur höchstens 10 % am Ende das Erwachsenenstadium als Frosch, Molch oder Kröte erreichen werden, erklärte Ottmar Hartwig den Schülern. Wassertiere sind sehr empfindlich, sie müssen schnell, aber behutsam aus dem Kescher oder Sieb in ein mit Wasser gefülltes Gefäß umgesetzt werden.
In dem als Forschungslabor umgebauten Bus wurden die Funde unter den Binokularen genauer untersucht. Die Ergebnisse dieses spannenden Morgens wurden unter Anleitung von Herrn Hartwig als Video zusammengestellt. Die Schüler ergänzten die Bilder der Wassertiere mit den entsprechenden wissenschaftlichen Informationen. "Toll war es, einen Pferdeegel zu finden", fand Regina Müller. Ihrer Mitschülerin Alina Schütz gefiel es besonders, einmal einen kleinen Molch auf die Hand zu nehmen.
Für einen Vormittag schlüpften die Schüler der 8. Klasse in die Haut eines echten Naturwissenschaftlers und hatten viel Spass bei der praktischen Forschungsarbeit in der Natur. "Mir hat das Mikroskopieren der Tiere viel Spass gemacht und es war spannend, einmal etwas über das Naturschutzgebiet zu erfahren", meinte Robin Wegener. Auch Yasmin fand es war sehr interessant, den Lebensraum von Molch, Frosch, Wasserfloh und Co. zu erforschen. Nur leider war dafür viel zu wenig Zeit, fanden die Schüler.
In dem Naturschutzgebiet der Altrheinschlinge darf allerdings nur mit einer Genehmigung der Unteren Wasserbehörde für Lehr- und Forschungszwecke geangelt oder gekeschert werden. Ansonsten steht dieses Flora-Fauna-Habitat (FFH) unter strengem Naturschutz
Biologie-Wahlpflichtkurs, 8. Klasse, Realschule Osterath
Kursleiterin: Gabi Michels








