Alle drei Jahre muss die Krone in etwa zwei Metern Höhe durch einen „Kopfschnitt“ zurückgeschnitten werden, um ein Auseinanderbrechen zu verhindern. Da Weidenholz keine Gerbstoffe aufweist
und zudem sehr weich ist, bilden sich nach und nach durch den Pflegeschnitt an den Schnittstellen durch Pilzzersetzungen und die Witterung natürliche Höhlen aus, die immer größer werden.
Weiden sind sehr regenerationsfähig und vertragen daher die Schnittarbeiten gut.
Bei den letzten Stürmen sind vier weit über dreißigjährige Kopfweiden ( Salix alba) im Jüchener Broich den Naturgewalten zum Opfer gefallen! Die Stämme rissen in der Mitte auseinander und
waren leider nicht mehr zu retten, sodass sie vom Bauhof der Gemeinde Jüchen gefällt werden mussten. Diese Kopfweiden wiesen schon natürliche Höhlen auf.
Und um die entstandenen Lücken zu schließen und den ökologischen Schaden zu beheben, wurde der NABU-Jüchen aktiv: Aus dem Schnittgut der aktuellen Kopfweidenpflege durch die Gemeinde wurden
neun armdicke Äste ausgesucht, die dann auf eine Länge von ca. 2,50 Metern gekürzt und von ihren Seitentrieben befreit wurden. Zusätzlich wurde die Rinde im künftigen Wurzelbereich angeritzt.
Die so vorbereiteten „Weidenstangen“ setzten Mitglieder der NABU-Gruppe Jüchen am 4.3.2015 neben dem Jüchener Bach ca. einen halben Meter tief in vorher gegrabene Löcher ins feuchte und
nährstoffreiche Erdreich, wobei die Erde in den Pflanzlöchern gut angetreten wurde. Dieses Verfahren nennt man vegetative Vermehrung.
Der NABU Jüchen, der bereits ca. 90 Kopfweiden im Gemeindegebiet betreut, hofft damit insbesondere die Lebensbedingungen für den Steinkauz (kleinste Eulenart im Gemeindegebiet) weiter zu
verbessern.